4. Zwei Wege: Grundständige Lehrerbildung und LABaMa
Wir sind davon überzeugt, dass diejenigen Vorschläge der Sache der Lehrerbildung am besten dienen, die eine Verbesserung der jetzigen Zweiphasigkeit vorsehen. Auf der Basis der bisher vorliegenden Untersuchungen plädieren wir vorrangig für schrittweise Reformen der grundständigen Lehrerbildungsmodelle, die nach allen Erfahrungen mehr Erfolg versprechen als abrupte Systembrüche. Die tradierte Struktur und Phaseneinteilung muss in Zukunft noch besser umgesetzt werden, sie leidet aber nicht an irreversiblen Mängeln. Wir brauchen eine umfassende Weiterentwicklung der bisherigen Phasen durch bessere Abstimmung und Verzahnung und verstärkten Berufsfeldbezug von Anfang an.
Andererseits gehen wir davon aus, dass auch die Bachelor-Master-Modelle in inhaltlicher und struktureller Hinsicht interessante Perspektiven...........Chancen für eine zukunftsfähige Lehrerbildung eröffnen könnten. Von der europäischen Entwicklung, vom "Bologna-Prozess", auch wenn er interessegeleitet oft zu normierend verstanden wird, sollten die Lehrerbildungsgänge nicht automatisch abgekoppelt werden. Angesichts der bisher marginalen Rolle der Lehramtsstudiengänge und mancher Probleme der grundständigen Modelle wird diesen
Ansätzen in Zukunft an den Hochschulen ohnehin verstärkte Bedeutung zukommen. Von vornherein abzulehnen wäre freilich eine Scheinreform, die sich weitgehend in neuen Etikettierungen und vordergründigen Akzentverschiebungen von Studienphasen erschöpfte.
Wir erwarten für die nächste Zukunft eine Phase der Koexistenz von zwei Wegen, von denen beide die Möglichkeit haben sollten gründlich erprobt und evaluiert zu werden. Beide Formen müssen freilich im Interesse der Qualitätssicherung und -entwicklung von Lehrerbildung und Schule denselben Anforderungen und Kriterien genügen.